Hochtemperatur-Isolierung in Pharmazeutischen Anlagen: Wie Aerogel den Energieverlust um bis zu 60 % reduziert
- aerohiktr
- 12. Okt. 2025
- 4 Min. Lesezeit

In der Schweiz und in Deutschland – den Standorten einiger der weltweit fortschrittlichsten pharmazeutischen Produktionsstätten – ist Energieeffizienz zu einem echten Wettbewerbsvorteil geworden. Dampfnetze, Sterilisatoren, Reaktoren, CIP/SIP-Systeme, Trockner und Hochtemperatur-Prozessleitungen verbrauchen enorme Energiemengen. Da die EU- und nationalen Energieanforderungen strenger werden und die Ziele zur Emissionsreduktion näher rücken, untersuchen Pharmaunternehmen, wie sie signifikante Einsparungen erzielen können, ohne dabei Produktqualität oder GMP-Compliance zu gefährden. Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen ist die Optimierung der Wärmedämmung. In diesem Zusammenhang wird Aerogel-Isolierung zunehmend zur bevorzugten Lösung – dank ihrer extrem niedrigen Wärmeleitfähigkeit, ihrer geringen Schichtdicke und ihrer Haltbarkeit unter anspruchsvollen Bedingungen.
Dieser Artikel erläutert, wie Aerogel funktioniert, warum es traditionellen Materialien überlegen ist und wie pharmazeutische Anlagen bis zu 60 % weniger Wärmeverluste an kritischen Anlagenteilen erzielen können – oft mit kurzer Amortisationszeit und höherer Betriebssicherheit.
Warum Hochtemperatur-Isolierung in der Pharmaindustrie entscheidend ist
Die pharmazeutische Produktion erfordert präzise Temperaturkontrolle und hygienische Betriebsbedingungen. Schlechte oder beschädigte Isolierung führt zu:
Übermäßigem Wärmeverlust an Dampfverteilungen, Sterilisatoren, Reaktoren und Prozessbehältern
Instabilen Prozessbedingungen, die Chargenkonsistenz und Zykluszeiten beeinträchtigen
Erhöhten Energiekosten und erschwerter Einhaltung von ISO 50001-Zielen
Sicherheitsrisiken durch heiße Oberflächen und schwankende Umgebungstemperaturen
Versteckter Korrosion unter der Isolierung (CUI)
Wärmedämmung ist somit ein zentraler Bestandteil von Qualität und Effizienz. Mit der richtigen Materialwahl können Pharmawerke Energieverbrauch, Betriebskosten und Risiken signifikant reduzieren.
Was macht Aerogel so besonders?
Aerogel ist ein siliciumbasiertes Nanomaterial, das zu bis zu 99 % aus Luft besteht. Seine hochporöse Struktur reduziert Wärmeleitung, Konvektion und Strahlung drastisch. Typische Wärmeleitfähigkeiten liegen zwischen 0,013 und 0,018 W/m·K – deutlich besser als bei klassischen Isolierungen wie Mineralwolle oder Kalziumsilikat (0,035 bis 0,045 W/m·K).
Wichtige Eigenschaften für pharmazeutische Umgebungen:
Hohe Dämmleistung bei geringer Dicke – bis zu 50 % dünner bei gleicher Isolationswirkung; ideal in engen Leitungsräumen
Hydrophob und atmungsaktiv – verhindert Feuchtigkeitseintritt und reduziert CUI-Risiken
Flexibles, anpassungsfähiges Material – ideal für Ventile, Bögen und komplexe Rohrgeometrien
Temperaturbeständig bis über 600 °C – geeignet für Dampf- und Hochtemperaturleitungen
Reinigungsfähige Oberflächen – durch Kapselung oder Ummantelung für Reinraumnähe geeignet
Aerogel vs. Traditionelle Isolierung
Eigenschaft | Traditionelle Isolierung (Mineralwolle/Kalziumsilikat) | Aerogel-Isolierung |
Wärmeleitfähigkeit (W/m·K) | 0,035–0,045 | 0,013–0,018 |
Dicke für gleiche Leistung | 100 % | ~50 % |
Feuchtigkeitsaufnahme | Hoch | Niedrig (hydrophob) |
Korrosionsrisiko (CUI) | Hoch | Deutlich reduziert |
Flexibilität | Gering | Hoch (Matten) |
Lebensdauer | 5–7 Jahre | 10–15+ Jahre |
Lebenszykluskosten (10 Jahre) | Basis | 30–40 % niedriger |
Die tatsächliche Leistung hängt von Anwendung, Montagequalität und Betriebsbedingungen ab.
Wo Aerogel in der Pharmaindustrie den größten Nutzen bringt
Dampfverteilung & Kondensatrücklauf (von Technikräumen zu Produktionsbereichen)
Sterilisatoren/Autoklaven (heiße Oberflächen, Anschlusspunkte)
Reaktoren & Prozessbehälter (stabile Temperaturführung)
Trockner & Öfen (geringere Wärmeverluste, sichere Oberflächen)
CIP/SIP-Systeme & Verteiler (komplexe Geometrien, thermische Zyklen)
Wärmetauscher & Thermoölsysteme (kompakte Isolierung bei engen Platzverhältnissen)
Erfahrungswerte aus Retrofit-Projekten zeigen zweistellige prozentuale Reduktionen des Wärmeverlustes, in optimalen Fällen sogar bis zu 60 %.
Energieeinsparungen berechnen – ein pragmatischer Ansatz
Bestandsaufnahme – Oberflächentemperaturen, Medien, Leitungslängen, Betriebsstunden erfassen
Wärmeverluste modellieren – Ist- vs. Soll-Isolierung vergleichen
Priorisieren nach ROI – größte Einsparpotenziale zuerst
Schrittweise Umsetzung – Start mit Dampf- und Hochtemperaturleitungen
Ergebnisse verifizieren – Thermografie und Messdaten zur Erfolgskontrolle
Durch die dünnere Aerogel-Struktur werden Platzkonflikte minimiert und Installationszeiten verkürzt.
Sicherheit, Qualität und Compliance
GMP & Reinraumtauglichkeit – Aerogel-Matten können mit reinigungsfähiger Ummantelung versehen werden, um Partikelkontrolle zu gewährleisten
Arbeitssicherheit – niedrigere Oberflächentemperaturen, geringeres Verbrennungsrisiko
Korrosionsschutz (CUI) – Hydrophobe Struktur minimiert Feuchtigkeitsverweilzeit
Energiezertifizierung – dokumentierte Einsparungen unterstützen ISO 50001 und ESG-Berichte
Fallbeispiel: Sterilisationsanlage in Basel
Ein Schweizer Werk modernisierte 250 Meter Dampf- und Heißwasserleitungen zu Autoklaven und Reaktoren. Veraltete Mineralwolle wurde durch Aerogel-Matten ersetzt und Ventile vollständig isoliert.
Ergebnisse nach 12 Monaten:
Wärmeverlust: ca. 48 % weniger auf gemessenen Abschnitten
Energieverbrauch: ~17 % geringere Dampfmenge
Wartung: weniger Hotspots, leichterer Zugang dank dünnerem Profil
Sicherheit: Oberflächentemperaturen innerhalb der Grenzwerte bei gleicher Bauhöhe
Lebenszykluskosten & Amortisation
Kostenfaktor (10 Jahre) | Traditionell | Aerogel |
Material & Montage (initial) | Niedrig–Mittel | Mittel |
Installationszeit | Länger | Kürzer (flexible Matten) |
Energieverluste | Hoch | Niedrig |
Wartung & Austausch | Häufig | Selten |
Stillstandsrisiko | Erhöht (CUI/Hotspots) | Reduziert |
Gesamtkosten über 10 Jahre | Basis | 25–40 % geringer |
Typische Amortisationszeiten von 18–24 Monaten sind erreichbar – besonders bei kontinuierlichem Betrieb oder beschädigter Altisolierung.
Umsetzungsschritte für Pharmawerke
Screening & Priorisierung – Identifikation energieintensiver Systeme
Thermografie-Inspektion – Hotspots und fehlende Isolierung erfassen
Engineering & Spezifikation – Dicken, Ummantelung, Kennzeichnung
Pilotbereich – Machbarkeit und Reinigbarkeit validieren
Rollout – während planmäßiger Stillstände
Monitoring – Oberflächentemperaturen periodisch überprüfen
Warum Aerohik der richtige Partner ist
Aerohik (Schweiz) entwickelt und liefert aerogelbasierte Hochtemperatur-Isolierungssysteme für regulierte Industrien. Das Unternehmen bietet:
Anwendungstechnik & Schichtdickenberechnung
Hygienische Ummantelungslösungen für Reinraumumgebungen
Planungsunterstützung für komplexe Geometrien (Ventile, Flansche, Verteiler)
Messungen & Inbetriebnahmeunterstützung (IR-Scans, Temperaturmapping)
Mit Schweizer Ingenieurskunst und nachweisbarer Energieeffizienz hilft Aerohik Pharmaunternehmen, Energie zu sparen, Sicherheit zu erhöhen und die Lebensdauer ihrer Anlagen zu verlängern.
Häufige Fragen (FAQ)
F1: Ist Aerogel in Reinraumnähe einsetzbar?Ja, sofern es ordnungsgemäß ummantelt ist. Glatte, reinigungsfähige Oberflächen verhindern Partikelfreisetzung und erfüllen GMP-Anforderungen.
F2: Für welche Temperaturen ist Aerogel geeignet?Industrielle Aerogel-Matten sind für hohe Betriebstemperaturen wie Dampf- oder Thermoölsysteme ausgelegt.
F3: Sind 60 % Energieeinsparung realistisch?„Bis zu 60 %“ entspricht Best-Case-Ergebnissen bei stark beschädigter oder fehlender Altisolierung. Durchschnittlich werden zweistellige Einsparungen erzielt.
F4: Wie beeinflusst Aerogel das CUI-Risiko?Durch seine hydrophobe Struktur und korrekte Ummantelung verringert Aerogel die Feuchtigkeitsaufnahme und minimiert Korrosionsprozesse.
Fazit
Für Pharmahersteller in der Schweiz, in Deutschland und ganz Europa bietet Aerogel-Isolierung eine praktikable Lösung zur Senkung des Energieverbrauchs, zur Erhöhung der Arbeitssicherheit und zur Reduzierung der Gesamtbetriebskosten – ohne Kompromisse bei GMP-Standards. Durch gezielte Nachrüstung von Hochtemperaturanlagen mit Aerogel-Matten lassen sich nachweisbare Energieeinsparungen erzielen – oft mit Amortisation innerhalb von zwei Jahren.





Kommentare