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Hochtemperatur-Isolierung in Pharmazeutischen Anlagen: Wie Aerogel den Energieverlust um bis zu 60 % reduziert


In der Schweiz und in Deutschland – den Standorten einiger der weltweit fortschrittlichsten pharmazeutischen Produktionsstätten – ist Energieeffizienz zu einem echten Wettbewerbsvorteil geworden. Dampfnetze, Sterilisatoren, Reaktoren, CIP/SIP-Systeme, Trockner und Hochtemperatur-Prozessleitungen verbrauchen enorme Energiemengen. Da die EU- und nationalen Energieanforderungen strenger werden und die Ziele zur Emissionsreduktion näher rücken, untersuchen Pharmaunternehmen, wie sie signifikante Einsparungen erzielen können, ohne dabei Produktqualität oder GMP-Compliance zu gefährden. Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen ist die Optimierung der Wärmedämmung. In diesem Zusammenhang wird Aerogel-Isolierung zunehmend zur bevorzugten Lösung – dank ihrer extrem niedrigen Wärmeleitfähigkeit, ihrer geringen Schichtdicke und ihrer Haltbarkeit unter anspruchsvollen Bedingungen.

Dieser Artikel erläutert, wie Aerogel funktioniert, warum es traditionellen Materialien überlegen ist und wie pharmazeutische Anlagen bis zu 60 % weniger Wärmeverluste an kritischen Anlagenteilen erzielen können – oft mit kurzer Amortisationszeit und höherer Betriebssicherheit.

Warum Hochtemperatur-Isolierung in der Pharmaindustrie entscheidend ist

Die pharmazeutische Produktion erfordert präzise Temperaturkontrolle und hygienische Betriebsbedingungen. Schlechte oder beschädigte Isolierung führt zu:

  • Übermäßigem Wärmeverlust an Dampfverteilungen, Sterilisatoren, Reaktoren und Prozessbehältern

  • Instabilen Prozessbedingungen, die Chargenkonsistenz und Zykluszeiten beeinträchtigen

  • Erhöhten Energiekosten und erschwerter Einhaltung von ISO 50001-Zielen

  • Sicherheitsrisiken durch heiße Oberflächen und schwankende Umgebungstemperaturen

  • Versteckter Korrosion unter der Isolierung (CUI)

Wärmedämmung ist somit ein zentraler Bestandteil von Qualität und Effizienz. Mit der richtigen Materialwahl können Pharmawerke Energieverbrauch, Betriebskosten und Risiken signifikant reduzieren.

Was macht Aerogel so besonders?

Aerogel ist ein siliciumbasiertes Nanomaterial, das zu bis zu 99 % aus Luft besteht. Seine hochporöse Struktur reduziert Wärmeleitung, Konvektion und Strahlung drastisch. Typische Wärmeleitfähigkeiten liegen zwischen 0,013 und 0,018 W/m·K – deutlich besser als bei klassischen Isolierungen wie Mineralwolle oder Kalziumsilikat (0,035 bis 0,045 W/m·K).

Wichtige Eigenschaften für pharmazeutische Umgebungen:

  • Hohe Dämmleistung bei geringer Dicke – bis zu 50 % dünner bei gleicher Isolationswirkung; ideal in engen Leitungsräumen

  • Hydrophob und atmungsaktiv – verhindert Feuchtigkeitseintritt und reduziert CUI-Risiken

  • Flexibles, anpassungsfähiges Material – ideal für Ventile, Bögen und komplexe Rohrgeometrien

  • Temperaturbeständig bis über 600 °C – geeignet für Dampf- und Hochtemperaturleitungen

  • Reinigungsfähige Oberflächen – durch Kapselung oder Ummantelung für Reinraumnähe geeignet

Aerogel vs. Traditionelle Isolierung

Eigenschaft

Traditionelle Isolierung (Mineralwolle/Kalziumsilikat)

Aerogel-Isolierung

Wärmeleitfähigkeit (W/m·K)

0,035–0,045

0,013–0,018

Dicke für gleiche Leistung

100 %

~50 %

Feuchtigkeitsaufnahme

Hoch

Niedrig (hydrophob)

Korrosionsrisiko (CUI)

Hoch

Deutlich reduziert

Flexibilität

Gering

Hoch (Matten)

Lebensdauer

5–7 Jahre

10–15+ Jahre

Lebenszykluskosten (10 Jahre)

Basis

30–40 % niedriger

Die tatsächliche Leistung hängt von Anwendung, Montagequalität und Betriebsbedingungen ab.

Wo Aerogel in der Pharmaindustrie den größten Nutzen bringt

  • Dampfverteilung & Kondensatrücklauf (von Technikräumen zu Produktionsbereichen)

  • Sterilisatoren/Autoklaven (heiße Oberflächen, Anschlusspunkte)

  • Reaktoren & Prozessbehälter (stabile Temperaturführung)

  • Trockner & Öfen (geringere Wärmeverluste, sichere Oberflächen)

  • CIP/SIP-Systeme & Verteiler (komplexe Geometrien, thermische Zyklen)

  • Wärmetauscher & Thermoölsysteme (kompakte Isolierung bei engen Platzverhältnissen)

Erfahrungswerte aus Retrofit-Projekten zeigen zweistellige prozentuale Reduktionen des Wärmeverlustes, in optimalen Fällen sogar bis zu 60 %.

Energieeinsparungen berechnen – ein pragmatischer Ansatz

  1. Bestandsaufnahme – Oberflächentemperaturen, Medien, Leitungslängen, Betriebsstunden erfassen

  2. Wärmeverluste modellieren – Ist- vs. Soll-Isolierung vergleichen

  3. Priorisieren nach ROI – größte Einsparpotenziale zuerst

  4. Schrittweise Umsetzung – Start mit Dampf- und Hochtemperaturleitungen

  5. Ergebnisse verifizieren – Thermografie und Messdaten zur Erfolgskontrolle

Durch die dünnere Aerogel-Struktur werden Platzkonflikte minimiert und Installationszeiten verkürzt.

Sicherheit, Qualität und Compliance

  • GMP & Reinraumtauglichkeit – Aerogel-Matten können mit reinigungsfähiger Ummantelung versehen werden, um Partikelkontrolle zu gewährleisten

  • Arbeitssicherheit – niedrigere Oberflächentemperaturen, geringeres Verbrennungsrisiko

  • Korrosionsschutz (CUI) – Hydrophobe Struktur minimiert Feuchtigkeitsverweilzeit

  • Energiezertifizierung – dokumentierte Einsparungen unterstützen ISO 50001 und ESG-Berichte

Fallbeispiel: Sterilisationsanlage in Basel

Ein Schweizer Werk modernisierte 250 Meter Dampf- und Heißwasserleitungen zu Autoklaven und Reaktoren. Veraltete Mineralwolle wurde durch Aerogel-Matten ersetzt und Ventile vollständig isoliert.

Ergebnisse nach 12 Monaten:

  • Wärmeverlust: ca. 48 % weniger auf gemessenen Abschnitten

  • Energieverbrauch: ~17 % geringere Dampfmenge

  • Wartung: weniger Hotspots, leichterer Zugang dank dünnerem Profil

  • Sicherheit: Oberflächentemperaturen innerhalb der Grenzwerte bei gleicher Bauhöhe

Lebenszykluskosten & Amortisation

Kostenfaktor (10 Jahre)

Traditionell

Aerogel

Material & Montage (initial)

Niedrig–Mittel

Mittel

Installationszeit

Länger

Kürzer (flexible Matten)

Energieverluste

Hoch

Niedrig

Wartung & Austausch

Häufig

Selten

Stillstandsrisiko

Erhöht (CUI/Hotspots)

Reduziert

Gesamtkosten über 10 Jahre

Basis

25–40 % geringer

Typische Amortisationszeiten von 18–24 Monaten sind erreichbar – besonders bei kontinuierlichem Betrieb oder beschädigter Altisolierung.

Umsetzungsschritte für Pharmawerke

  1. Screening & Priorisierung – Identifikation energieintensiver Systeme

  2. Thermografie-Inspektion – Hotspots und fehlende Isolierung erfassen

  3. Engineering & Spezifikation – Dicken, Ummantelung, Kennzeichnung

  4. Pilotbereich – Machbarkeit und Reinigbarkeit validieren

  5. Rollout – während planmäßiger Stillstände

  6. Monitoring – Oberflächentemperaturen periodisch überprüfen

Warum Aerohik der richtige Partner ist

Aerohik (Schweiz) entwickelt und liefert aerogelbasierte Hochtemperatur-Isolierungssysteme für regulierte Industrien. Das Unternehmen bietet:

  • Anwendungstechnik & Schichtdickenberechnung

  • Hygienische Ummantelungslösungen für Reinraumumgebungen

  • Planungsunterstützung für komplexe Geometrien (Ventile, Flansche, Verteiler)

  • Messungen & Inbetriebnahmeunterstützung (IR-Scans, Temperaturmapping)

Mit Schweizer Ingenieurskunst und nachweisbarer Energieeffizienz hilft Aerohik Pharmaunternehmen, Energie zu sparen, Sicherheit zu erhöhen und die Lebensdauer ihrer Anlagen zu verlängern.

Häufige Fragen (FAQ)

F1: Ist Aerogel in Reinraumnähe einsetzbar?Ja, sofern es ordnungsgemäß ummantelt ist. Glatte, reinigungsfähige Oberflächen verhindern Partikelfreisetzung und erfüllen GMP-Anforderungen.

F2: Für welche Temperaturen ist Aerogel geeignet?Industrielle Aerogel-Matten sind für hohe Betriebstemperaturen wie Dampf- oder Thermoölsysteme ausgelegt.

F3: Sind 60 % Energieeinsparung realistisch?„Bis zu 60 %“ entspricht Best-Case-Ergebnissen bei stark beschädigter oder fehlender Altisolierung. Durchschnittlich werden zweistellige Einsparungen erzielt.

F4: Wie beeinflusst Aerogel das CUI-Risiko?Durch seine hydrophobe Struktur und korrekte Ummantelung verringert Aerogel die Feuchtigkeitsaufnahme und minimiert Korrosionsprozesse.

Fazit

Für Pharmahersteller in der Schweiz, in Deutschland und ganz Europa bietet Aerogel-Isolierung eine praktikable Lösung zur Senkung des Energieverbrauchs, zur Erhöhung der Arbeitssicherheit und zur Reduzierung der Gesamtbetriebskosten – ohne Kompromisse bei GMP-Standards. Durch gezielte Nachrüstung von Hochtemperaturanlagen mit Aerogel-Matten lassen sich nachweisbare Energieeinsparungen erzielen – oft mit Amortisation innerhalb von zwei Jahren.

 
 
 

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